Mo

19

Apr

2010

Kindesmissbrauch als gesamtgesellschaftliches Phänomen - eine Buchrezension

Auf dem Buchrezensions-Blog "common reader" stelle ich den autobiographischen Roman "Fast eine Kindheit" von Hans-Georg Behr vor. Darin werden viele Arten von missbräuchlichem Umgang mit einem Kind als gesellschaftlicher Alltag beschrieben. Neben Drill, Prügelstrafe, sexuellen Übergriffen und Mutter-Sohn-Verstrickung, nimmt die Darstellung eines katholischen Internats viel Raum ein. Behr zeichnet ein genaues, bedrückendes und differenziertes Bild von schuldhaft erlebter Sexualität, durch die Generationen weitergereichtem Missbrauch, Bespitzelung, Misstrauen, Hierachie und Sozialdarwinismus, die sich hinter der Maske der Frömmigkeit zu einem seelenzerstörenden System verbinden.

Das Buch spielt in den 30er und 40er Jahren des letzten Jahrhunderts, also in der Zeit, in der Pater Stüper (Aloisiuskolleg) aufwuchs und Pater Statt (Canisiuskolleg) geboren wurde. 

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