Biografie


Ein Fleisch wurde 1973 in einem Stall in Wachtberg-Bethlehem entbunden und kurz darauf „Anselm Wolfger Neft“ getauft. Rund zwei Jahre später nannte sich das Gemisch aus Scheiße und Mondschein* "ich". Als etwa vierjähriges Kleinkind träumte mir wucherndem Konstrukt von einem fürchterlichen Pony, dessen feuriger Huf ein bisher nicht gedeutetes Zeichen in die Stirn der Kinderkörper-Traumkopie brannte. Sechs Jahre später wurde ich auf einem Jesuitengymnasium bei Bonn-Golgatha weiterführend verhunzt. Danach hatte ich keine Kraft mehr, mich in die weite Welt hinauszuwagen. Meinen Zivildienst erlebte ich in Bonn-Aschkelon und studierte danach Vergleichende Religionswissenschaften, Volkskunde, Vor- und Frühgeschichte sowie auszugsweise Philosophie in Bonn und Agonie. In meiner Magisterarbeit beschäftigte ich mich mit zeitgenössischem Satanismus und dilettierte davor, währenddessen und danach in verschiedenen anderen Tätigkeiten: Unter anderem als Tutor, Mitherausgeber einer religionswissenschaftlichen Zeitung, Deutschlehrer, Schalmeienbläser der Mittelalterband "Schelmish", Kellner, Studentenblatt-Coupon-Akquisiteur, Saunaputzer, Herold, Gastrokritiker, Etikettenpresser, archäologischer Ausgräber, Medikamente-Tester, sogenannter Content Manager in einem Maschinenbaukonzern, Tellerwäscher, sogenannter Junior Consultant in einer Unternehmensberatung, Oldtimer-Ersatzteile-Fotograf, Gott in einem viertklassigen Theaterstück und als Stadtführer ohne Stadtkenntnisse.

 

Anfang 2004 machte ich mich mit einem ausgefuchsten Businessplan als Lehrer für kreatives Schreiben selbständig und verdiente Geld mit Unterrichten (auch Deutsch als Fremdsprache),  Schreiben und Gelegenheitsarbeiten.

 

Im Januar 2006 zog ich nach Berlin-Gomorrha und dort viermal um, unter anderem nach Sodom. Ich verdingte mich auf Lesebühnen, lernte die relative Armut schätzen und schrieb zahlreiche Satiren für „Glasauge“ (WELT-online) sowie etliche Nachrufe und eine zweiwöchentliche Kolumne für den Tagesspiegel. Weitere Artikel erschienen in: "Der Freitag", "taz"und "Rheinischer Merkur".

 

Ende 2009 brachte ich mit Christian Bartel im Satyr-Verlag eine Anthologie namens "Götter, Gurus und Gestörte" heraus. Anfang 2010 veröffentlichte ich den Kurzgeschichten-Band "Die Lebern der Anderen" bei Ullstein. Anfang 2011 zog ich zurück nach Bonn-Speckgürtel und schrieb zwei Jahre lang wöchentlich Satiren für den Blog „Kaotic Nerd News“. Im März 2013 erschien mein Roman "Hell" im Satyr-Verlag. Die nächste Roman-Veröffentlichung ist für Sommer 2014 ins Auge gefasst.

 

Von 2005 bis 2013 war ich  Mitglied der Lesebühne "Der Kleingeist" und mische seit Januar 2014 bei der Lesebühne "Ferkel im Wind"  mit. Seit 2005 bin ich Mitherausgeber von "EXOT - Zeitschrift für komische Literatur".

 

 

* Arno Schmidt